Alkohol auf E-Scooter und Fahrrad: Promillegrenzen, Punkte und Folgen für den Führerschein
Der E-Scooter ist rechtlich ein Kraftfahrzeug. Deshalb gelten auf ihm dieselben Promillegrenzen wie im Auto: 0,5 Promille nach § 24a StVG, 1,1 Promille als Straftat nach § 316 StGB, 0,0 Promille in der Probezeit. Auf dem Fahrrad beginnt die Straftat erst bei 1,6 Promille, die MPU kann aber auch den Autoführerschein kosten. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln prüft den Vorwurf in einer kostenlosen Ersteinschätzung.
Von Rechtsanwalt Yazdan Yilmaz · aktualisiert am 18. September 2026 · Lesezeit rund 7 Minuten
Warum auf dem E-Scooter dieselben Grenzen gelten wie im Auto
Der E-Scooter ist nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung ein Kraftfahrzeug. Damit gelten alle Alkoholvorschriften, die für Kraftfahrzeuge geschrieben sind: die 0,5-Promille-Grenze des § 24a StVG, die Straftat nach § 316 StGB und die 0,0-Promille-Regel des § 24c StVG für Fahranfänger. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln vertritt Mandanten, die nach einer Feier auf dem Leihroller kontrolliert wurden und mit dieser Einordnung nicht gerechnet haben.
| Wert | Rechtsfolge | Grundlage |
|---|---|---|
| ab 0,0 ‰ | In der Probezeit und unter 21 Jahren: 250 Euro, 1 Punkt, Aufbauseminar | § 24c StVG |
| ab 0,3 ‰ | Mit Ausfallerscheinungen Straftat (relative Fahruntüchtigkeit) | § 316 StGB |
| ab 0,5 ‰ | Ordnungswidrigkeit: 500 Euro, 2 Punkte, 1 Monat Fahrverbot beim ersten Verstoß | § 24a StVG |
| ab 1,1 ‰ | Straftat ohne weiteren Nachweis (absolute Fahruntüchtigkeit) | § 316 StGB |
Beim zweiten Verstoß gegen § 24a StVG steigen die Sätze auf 1.000 Euro und drei Monate Fahrverbot. Das Fahrverbot gilt für alle Kraftfahrzeuge, also auch für das Auto. Ausführlich zu den Grenzwerten unter Alkohol und Drogen am Steuer.
Welche Grenzen auf dem Fahrrad gelten
Das Fahrrad ist kein Kraftfahrzeug. § 24a StVG mit seiner 0,5-Promille-Grenze und § 24c StVG für die Probezeit gelten deshalb nicht. Strafbar wird die Radfahrt nach § 316 StGB ab 1,6 Promille als absolute Fahruntüchtigkeit oder ab 0,3 Promille, wenn Ausfallerscheinungen hinzukommen. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln prüft in diesen Verfahren zuerst, ob der Wert und die Ausfallerscheinungen überhaupt belegt sind.
- Ab 1,6 Promille: Absolute Fahruntüchtigkeit. Die Blutalkoholkonzentration allein genügt für die Straftat, Fahrfehler müssen nicht belegt werden.
- Ab 0,3 Promille mit Ausfallerscheinungen: Relative Fahruntüchtigkeit. Die Polizei muss konkrete Anzeichen dokumentieren, etwa Schlangenlinien, einen Sturz oder Fahren ohne Licht bei Dunkelheit.
- Unter 0,3 Promille: Keine Fahruntüchtigkeit im Sinne des § 316 StGB.
Das Pedelec bis 25 km/h mit Tretunterstützung gilt rechtlich als Fahrrad, das schnellere S-Pedelec dagegen als Kraftfahrzeug mit den Grenzen aus Abschnitt 01.
Welche Folgen für Punkte, Strafe und Führerschein drohen
Eine Straftat nach § 316 StGB endet in der Regel mit einem Strafbefehl über eine Geldstrafe in Tagessätzen und einer Eintragung im Fahreignungsregister. Beim E-Scooter entzieht das Gericht die Fahrerlaubnis nach § 69 StGB regelmäßig und verhängt eine Sperrfrist, beim Fahrrad in der Regel nicht. Dafür droht Radfahrern die MPU über die Fahrerlaubnisbehörde. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln erklärt Ihnen, welcher Weg in Ihrem Fall droht.
| Folge | E-Scooter | Fahrrad |
|---|---|---|
| Geldstrafe | Tagessätze nach Nettoeinkommen, meist per Strafbefehl | Tagessätze nach Nettoeinkommen, meist per Strafbefehl |
| Fahrerlaubnis (§ 69 StGB) | Entziehung in der Regel, Sperrfrist mindestens sechs Monate (§ 69a StGB) | In der Regel keine Entziehung, weil kein Kraftfahrzeug geführt wurde |
| Punkte in Flensburg | 3 Punkte bei Entziehung, sonst 2 | 2 Punkte |
| MPU | Vor Neuerteilung ab 1,6 Promille, bei Auffälligkeiten auch darunter | Anordnung nach § 13 FeV ab 1,6 Promille möglich, trotz Fahrt ohne Kraftfahrzeug |
Die MPU-Anordnung nach § 13 FeV ist für Radfahrer der eigentliche Risikopunkt. Wer das Gutachten nicht fristgerecht beibringt oder ein negatives Ergebnis erhält, verliert nach § 11 Abs. 8 FeV die Fahrerlaubnis für das Auto. Zusätzlich kann die Behörde nach § 3 FeV das Führen von Fahrrädern untersagen. Was bei Entzug und MPU zu tun ist, lesen Sie unter Führerscheinentzug und MPU.
Wie Sie sich bei der Kontrolle verhalten
Bei einer Alkoholkontrolle müssen Sie Ihre Personalien angeben und eine angeordnete Blutentnahme dulden, mehr nicht. Der Atemalkoholtest vor Ort ist freiwillig, Angaben zur Trinkmenge sind es auch. Alles, was Sie am Straßenrand sagen, steht später in der Akte. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln rät, höflich zu bleiben und zur Sache zu schweigen.
- Keine Angaben zur Sache. Fragen nach der Trinkmenge oder dem letzten Glas müssen Sie nicht beantworten. Ein „zwei Bier vor einer Stunde" kann die Rückrechnung des Blutalkoholwerts zu Ihren Lasten verändern.
- Atemalkoholtest ist freiwillig. Sie dürfen das Pusten ablehnen. Eine Ablehnung ist kein Schuldeingeständnis.
- Blutentnahme dulden. Die Polizei kann sie nach § 81a StPO anordnen, bei Verkehrsdelikten ohne richterlichen Beschluss. Widerstand verschlimmert die Lage. Merken Sie sich die Uhrzeit der Entnahme, sie ist für die Rückrechnung wichtig.
- Nichts unterschreiben. Protokolle müssen Sie nicht unterzeichnen. Übergeben Sie alle Unterlagen dem Anwalt.
Sind Sie Fahranfänger, lohnt ein Blick auf die Sonderregeln der Probezeit unter Verstöße in der Probezeit. Dort zählt die Alkoholfahrt auf dem E-Scooter als A-Verstoß mit Aufbauseminar.
So gehen wir vor
Wir nehmen Akteneinsicht und prüfen die Blutprobe, die Rückrechnung, die dokumentierten Ausfallerscheinungen und die Einordnung des Fahrzeugs. Ziel ist die Einstellung des Verfahrens, ersatzweise die Herabstufung zur Ordnungswidrigkeit oder eine Lösung ohne Entziehung der Fahrerlaubnis. Die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln vertritt Sie in Köln und bundesweit.
- Messung und Rückrechnung: Wir prüfen Entnahmezeitpunkt, Analysemethode und den Sicherheitsabschlag. Liegt der Wert knapp über 1,1 oder 1,6 Promille, entscheidet die Rückrechnung über Straftat oder Ordnungswidrigkeit.
- Ausfallerscheinungen: Unter 1,1 beziehungsweise 1,6 Promille muss die Akte konkrete Fahrfehler belegen. „Gerötete Augen" oder „Alkoholgeruch" reichen dafür nicht.
- Einstellung und Strafmaß: Bei geringer Schuld wirken wir auf eine Einstellung nach § 153 oder § 153a StPO hin. Kommt es zum Strafbefehl, geht es um die Zahl der Tagessätze und die Dauer der Sperrfrist.
- Fahrverbot und Fahrerlaubnis: Bei § 24a StVG prüfen wir ein Absehen vom Fahrverbot gegen ein erhöhtes Bußgeld und das Vier-Monats-Wahlrecht nach § 25 Abs. 2a StVG. Bei der Straftat auf dem E-Scooter arbeiten wir darauf hin, dass das Gericht vom Regelfall des § 69 StGB abweicht, etwa bei einer kurzen Strecke.
- MPU nach der Radfahrt: Wir prüfen die Anordnung der Fahrerlaubnisbehörde und die Fristsetzung und bereiten Sie auf die Begutachtung vor.
Senden Sie uns den Strafbefehl, die Anhörung oder das Schreiben der Fahrerlaubnisbehörde als Foto. Wir melden uns werktags und sagen Ihnen in der kostenlosen Ersteinschätzung, ob sich eine Verteidigung lohnt. Gegen einen Strafbefehl bleiben zwei Wochen ab Zustellung für den Einspruch.
Ich wurde mit 0,6 Promille auf dem E-Scooter kontrolliert. Was droht mir?
Ohne Ausfallerscheinungen ist das eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG: beim ersten Verstoß 500 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot, das auch für das Auto gilt. Zeigen Sie Ausfallerscheinungen wie Schlangenlinien oder einen Sturz, kann die Fahrt als Straftat nach § 316 StGB verfolgt werden. Sind Sie in der Probezeit oder unter 21, kommen 250 Euro, ein Punkt und ein Aufbauseminar nach § 24c StVG hinzu.
Gilt die 0,5-Promille-Grenze auch auf dem Fahrrad?
Nein. § 24a StVG gilt nur für Kraftfahrzeuge, das Fahrrad ist keines. Strafbar wird die Radfahrt ab 1,6 Promille als absolute Fahruntüchtigkeit nach § 316 StGB oder bereits ab 0,3 Promille, wenn alkoholbedingte Ausfallerscheinungen hinzukommen. Unterhalb dieser Werte bleibt die Fahrt in der Regel folgenlos, solange kein Unfall passiert.
Kann ich meinen Autoführerschein verlieren, obwohl ich nur Fahrrad gefahren bin?
Ja, über den Umweg der MPU. Das Strafgericht entzieht die Fahrerlaubnis nach § 69 StGB in der Regel nicht, weil das Fahrrad kein Kraftfahrzeug ist. Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet aber nach § 13 FeV ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung an. Legen Sie das Gutachten nicht fristgerecht vor oder fällt es negativ aus, entzieht die Behörde die Fahrerlaubnis für das Auto.
Muss ich bei der Kontrolle ins Röhrchen pusten?
Nein. Der Atemalkoholtest vor Ort ist freiwillig, Sie dürfen ihn ablehnen, ohne dass Ihnen daraus ein Nachteil entsteht. Besteht ein Anfangsverdacht, kann die Polizei eine Blutentnahme nach § 81a StPO anordnen, die Sie dulden müssen. Machen Sie keine Angaben zur Trinkmenge oder zum Zeitpunkt des letzten Glases, diese Aussagen werden später gegen Sie verwendet.
Ich bin in der Probezeit. Was gilt für mich auf dem E-Scooter?
Auf dem E-Scooter gilt die 0,0-Promille-Regel des § 24c StVG, weil er ein Kraftfahrzeug ist. Schon der Nachweis von Alkohol kostet 250 Euro und einen Punkt und zählt als A-Verstoß mit Aufbauseminar und Verlängerung der Probezeit auf vier Jahre. Auf dem Fahrrad greift § 24c StVG nicht, dort gelten auch in der Probezeit nur die Grenzen des § 316 StGB.
Alkoholvorwurf auf E-Scooter oder Fahrrad? Wir prüfen Messung und Folgen, bevor Strafbefehl oder MPU feststehen.
Vier kurze Fragen zu Vorwurf, Verfahrensstand, Rechtsschutz und Kontaktdaten, dann meldet sich die Rechtsanwaltskanzlei Yilmaz in Köln-Longerich werktags mit einer ersten Einschätzung zu Ihrem Bescheid. Die Einschätzung ist kostenlos und unverbindlich. Ein Mandat entsteht erst, wenn Sie die Kanzlei nach der Rückmeldung ausdrücklich beauftragen.
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